KI-Campus: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''KI-Campus''' ist die kostenlose Lernplattform des Stifterverbandes für Künstliche Intelligenz. Sie richtet sich an alle gesellschaftlichen Gruppen - von Studierenden und Lehrenden über Beschäftigte in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung bis hin zu allen Interessierten ohne Vorkenntnisse. Als gemeinwohlorientierte Initiative verfolgt der KI-Campus die Vision einer KI-kompetenten Gesellschaft und stärkt diese durch kostenlose, digitale Lernangebote in Form von Onlinekursen, Videos, Podcasts und Tools. Kooperation und Offenheit sind dabei die Leitprinzipien. Bis 2030 sollen 500.000 Menschen und mindestens 100 Hochschulen erreicht werden; aktuell (Stand 2025) nutzen bereits über 150.000 Lernende die Plattform.
Der '''KI-Campus''' ist die zentrale deutsche Lernplattform für Künstliche Intelligenz. Sie wird vom Stifterverband in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern entwickelt und betrieben. Alle Lernangebote sind kostenfrei und unter einer offenen Lizenz ([[Creative Commons|CC BY-SA 4.0]]) verfügbar. Der KI-Campus richtet sich primär an Hochschulen - Studierende, Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende - adressiert darüber hinaus aber ausdrücklich auch Unternehmen, Behörden und die Zivilgesellschaft. Dank der offenen Creative-Commons-Lizenzierung können alle Materialien von Dritten kostenlos nachgenutzt, angepasst und weitergegeben werden - auch für kommerzielle Zwecke.


== Entstehung und zeitliche Entwicklung ==
=== Entstehung und Trägerschaft ===


Der KI-Campus wurde im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung gegründet und durchlief bisher drei Förderphasen, die eine schrittweise Weiterentwicklung von einem Pilotprojekt zur dauerhaft etablierten Plattform dokumentieren.
Der KI-Campus startete im Oktober 2019 als Forschungs- und Entwicklungsprojekt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Juli 2020 ging die Lernplattform online. Die Initiative entstand aus der KI-Strategie der Bundesregierung mit dem Ziel, die Innovationsfähigkeit Deutschlands durch breit angelegte KI-Bildung zu stärken. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wandte sich an den Stifterverband, der seitdem die Geschäftsstelle verantwortet und die strategische Koordination übernimmt.


=== KI-Campus 1.0 (2019-2022) ===
2022 wurde der KI-Campus als erste deutsche Lernplattform in das '''European MOOC Consortium''' aufgenommen, dem größten Verbund von MOOC-Plattformen in Europa.


Die erste Förderphase wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Zentrales Ziel war der prototypische Aufbau der Plattform. Projektpartner dieser Gründungsphase waren der Stifterverband, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Hasso-Plattner-Institut (HPI), das mmb Institut sowie NEOCOSMO.
Neben dem BMBF fördern weitere Partner Projekte des KI-Campus:
* Dieter Schwarz Stiftung
* Mercedes-Benz Fonds
* TÜV Süd


=== KI-Campus 2.0 (2023-2024) ===
=== Angebote und Formate ===


Die zweite, ebenfalls vom BMBF geförderte Phase erweiterte das Konsortium erheblich. Neu hinzu kamen die Charité, die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), die FernUniversität in Hagen, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie das Hasso-Plattner-Institut. Der Fokus lag auf strategischen Partnerschaften sowie der Entwicklung und Erprobung nachhaltiger Umsetzungskonzepte für offene Lernangebote, Communities und Technologien für Wissenschaft und Praxis.
Aktuell stehen mehr als 100 Angebote und Bildungsformate zur Verfügung. Das Portfolio umfasst drei Kurstypen nach Tiefe und Aufwand:


=== KI-Campus 3.0 (2024-2030) ===
* Mikrokurse (2-4 Stunden): Niedrigschwelliger Einstieg zu konkreten Themen wie dem EU AI Act, Grundlagen der KI oder KI in der Hochschulverwaltung. Richten sich an Einsteiger ohne Vorkenntnisse.
* Massive Open Online Courses - MOOCs (30-150 Stunden): Vertiefte Auseinandersetzung, etwa im Bereich Machine Learning oder generative KI. Können an Hochschulen als Studienleistung angerechnet werden.
* Spezialformate: Thematische Podcasts, Lernvideos, Blended-Learning-Kurse und Formate wie das ''Promptlabor Hochschullehre'' für spezifische Bedarfe.


Seit 2024 trägt der Mercedes-Benz Fonds als Ankerpartner zur nachhaltigen und langfristigen Breitenwirkung des KI-Campus bei. Schwerpunkt ist dabei das Thema "KI als Breitenkompetenz" mit neuen Lernangeboten und Formaten für die Aus- und Weiterbildung.
Thematisch reicht das Spektrum von KI-Grundlagen über KI in der Medizin, KI in der Schule und KI-Leadership bis zu technischen Themen wie Automated Machine Learning. Die Angebote sind überwiegend auf Deutsch, teilweise auch auf Englisch verfügbar.


Parallel läuft seit 2026 das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt "KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken" (Laufzeit bis 2029) mit einem bundesweiten Konsortium unter Leitung des Stifterverbandes, dem RWTH Aachen, Humboldt-Universität zu Berlin, DFKI, DHBW, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, FernUniversität in Hagen, TU München und Universität Tübingen angehören. Anlass ist der EU AI Act, der neue Anforderungen für den kompetenten Einsatz von KI im Hochschulbereich verbindlich macht.
=== Zertifizierung ===


== Trägerschaft und Organisation ==
Kurse können mit drei Arten von Nachweisen abgeschlossen werden:


Der Stifterverband verantwortet die Geschäftsstelle und koordiniert die Projekte. Leiter der Geschäftsstelle ist Florian Rampelt. Die FernUniversität in Hagen betreibt das zugrunde liegende Moodle-[[Learning Management System]] (LMS).
* '''Teilnahmebescheinigung''' - Nachweis der aktiven Kursteilnahme ohne Prüfungsleistung
* '''Leistungsnachweis (Micro-Credential)''' - Setzt das Bestehen integrierter Tests voraus (in der Regel 50-60 % der Aufgaben)
* '''Micro-Degree''' - Umfangreicherer Abschluss für mehrstufige Lernpfade


Der KI-Campus ist Teil der '''Zukunftsmission Bildung''' des Stifterverbandes und leistet dort einen zentralen Beitrag zur '''Allianz für Future Skills''' mit dem Ziel, dass alle Hochschulen in Deutschland KI-Kompetenzen fest in ihr Bildungsangebot integrieren.
Workloads können je nach Kurs und Hochschule als Studienleistung angerechnet werden. Eine Kooperation mit der Landesärztekammer Baden-Württemberg ermöglicht zudem die Anrechnung als CME-Punkte (Continuous Medical Education) für Mediziner.


== Lernangebote ==
=== Offenheit und Nachnutzung (OER) ===


=== Kurse ===
Ein zentrales Prinzip des KI-Campus ist die offene Lizenzierung aller Inhalte unter [[Open Educational Resources|CC BY-SA 4.0]]. Das bedeutet konkret: Eine Hochschule, die gemeinsam mit dem KI-Campus einen Kurs entwickelt, stellt diesen automatisch auch allen anderen Institutionen zur freien Verfügung. Andere Hochschulen können Kurse vollständig übernehmen, Module neu zusammenstellen oder Inhalte an den eigenen Kontext anpassen.


Alle Kurse sind kostenlos zugänglich. Eigene KI-Campus-Kurse stehen unter der offenen Lizenz CC BY-SA 4.0 und können flexibel weiterverwendet werden. Das Themenspektrum umfasst:
Ein Praxisbeispiel: Die Duale Hochschule Baden-Württemberg stellte aus Modulen mehrerer bestehender Kurse ein maßgeschneidertes Angebot zu KI und wissenschaftlichem Arbeiten zusammen - und rollte es über eine eigene Moodle-Umgebung für über 2.000 Personen aus.


* '''KI-Grundlagen''' - einschließlich der Anforderungen des EU AI Acts
Zur Förderung der Integration in die Hochschullehre bietet der KI-Campus seit 2020 '''Fellowship-Programme''' an, die Lehrende bei der didaktisch sinnvollen Umsetzung von KI-Lernszenarien begleiten.
* '''Data Literacy''' - Datenkompetenz für unterschiedliche Berufsgruppen
* '''Machine Learning''' - vertiefende technische Inhalte
* '''Generative KI''' und Chatbots - Anwendung aktueller KI-Tools
* '''Agentic AI''' - KI-Agenten als neues Software-Paradigma
* '''KI & Ethik''' - gesellschaftliche und rechtliche Fragestellungen


Fachspezifische Kurse gibt es für die Bereiche Medizin, Schulbildung, Hochschullehre und öffentliche Verwaltung. Kurse werden in Zusammenarbeit mit exzellenten Hochschulen und Praxispartnern entwickelt, darunter appliedAI, Charité, DFKI, RWTH Aachen, TU München, [[IBM]] SkillsBuild, Humboldt-Universität zu Berlin und Hochschule Kempten.
=== Partner und Netzwerk ===


=== Videos ===
Zu den rund 50 Partnern gehören unter anderem:
* Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
* Humboldt-Universität zu Berlin
* FernUniversität in Hagen
* Technische Universität München (TUM)
* RWTH Aachen
* Universität Tübingen
* Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)
* Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) Heilbronn


Kurze Lernvideos ergänzen die Kurse und ermöglichen einen niedrigschwelligen Einstieg in einzelne KI-Themen.
Das seit 2025 laufende Folgeprojekt ''KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken'' (gefördert durch das BMFTR) umfasst ein Kernkonsortium aus neun Hochschulen mit zusammen über 300.000 Studierenden.


=== Podcasts ===
Regionale '''Hubs''' beraten Institutionen bei der Nachnutzung der Angebote:
* '''Nordrhein-Westfalen''' - FernUniversität in Hagen und Universität Düsseldorf
* '''Baden-Württemberg''' - Heilbronn / IPAI


Der KI-Campus bietet mehrere Podcast-Formate an, die alle als KI-Campus-Originale unter offener Lizenz erscheinen:
=== Reichweite und Ziele ===


* '''KI kapiert''' - Der Community-Podcast des KI-Campus, moderiert von Stefan Göllner (Innovation Manager beim Stifterverband). Gäste aus Hochschule, Schule, Wirtschaft und Zivilgesellschaft berichten, wie KI ihren Beruf und den Alltag verändert und warum sie sich für eine breitere KI- und Datenkompetenz in der Gesellschaft einsetzen.
Anfang 2025 waren rund 150.000 Personen auf der Plattform registriert. Das erklärte Ziel ist es, bis '''2030 insgesamt 500.000 Personen''' zu erreichen - über die eigene Plattform und die Nutzung an Partnerinstitutionen zusammengerechnet.
* '''Dr. med. KI''' (Charité) - Podcast zu KI-Anwendungen in der Medizin
* '''KI im Journalismus''' (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) - Podcast zu KI & Ethik im Journalismus
* '''Den Daten auf der Spur''' (Celonis) - Podcast zu Process Mining und Data Science


=== Tools ===
Als Messgröße für eine KI-kompetente Gesellschaft benennt der KI-Campus drei Dimensionen:
* Fähigkeit, KI im Alltag zu erkennen und kritisch einzuordnen ("engaging with AI")
* Curriculare Verankerung von KI-Kompetenzen an Hochschulen und Schulen
* Gestiegener Anteil von Unternehmen, die KI-Potenziale produktiv nutzen


Ergänzend zu den klassischen Lernformaten stellt der KI-Campus praktische Tools bereit, die den direkten Einsatz von KI erfahrbar machen.
=== Relevanz für den EU AI Act ===


== Zielgruppen ==
Artikel 4 des EU AI Acts verpflichtet Institutionen, die KI-Systeme einsetzen, zur Förderung von KI-Kompetenzen bei ihren Mitarbeitenden. Der KI-Campus positioniert sich ausdrücklich als Instrument zur Erfüllung dieser Anforderung - insbesondere für Hochschulen, die KI-Tools für Studierende und Beschäftigte bereitstellen.


Der KI-Campus richtet seine Angebote explizit an vier Gruppen:
=== Weblinks ===


* '''Alle Interessierten''' - Kostenloser Einstieg, Zertifikate ohne Vorkenntnisse
* [https://ki-campus.org Offizielle Plattform KI-Campus]
* '''Hochschulen''' - Integration von KI-Lernangeboten in Studium, Lehre und Verwaltung; Studierende und Lehrende können KI-Kompetenzen gezielt erwerben
* [https://www.stifterverband.org/ki-campus Stifterverband zum KI-Campus]
* '''Unternehmen''' - Aufbau von KI-Kompetenzen im Betrieb, Identifikation geeigneter KI-Use-Cases, Verständnis der Anforderungen des EU AI Acts
* [https://de.wikipedia.org/wiki/KI-Campus Wikipedia-Eintrag KI-Campus]
* '''Öffentliche Verwaltungen''' - Aufbau von KI-Kompetenzen, Einsatz von KI-Systemen, Umsetzung rechtlicher Vorgaben


== Regionale Hubs ==
[[Kategorie:Lernplattform]][[Kategorie:Künstliche Intelligenz]][[Kategorie:OER]][[Kategorie:Hochschulbildung]][[Kategorie:Weiterbildung]][[Kategorie:Deutschland]]
 
Neben der zentralen Plattform fördert der KI-Campus regionale Ökosysteme. Der '''KI-Campus-Hub Baden-Württemberg''' (Laufzeit 2022-2027, gefördert durch die Dieter Schwarz Stiftung) ist Teil des Innovationsparks für Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn und stärkt den KI-Innovationsstandort Baden-Württemberg mit digitalen Lernangeboten und Community-Aktivitäten. Partner sind u. a. DHBW, Hochschule Heilbronn, TU München und Fraunhofer IAO.
 
== Europäische Dimension ==
 
Mit dem Projekt '''AISkills4Europe''' (2024-2026, gefördert durch [[IBM]]) bündeln Stifterverband, IBM und der KI-Campus Kräfte, um den souveränen Einsatz von KI in Bildungseinrichtungen und der Arbeitswelt europaweit zu fördern. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Lernangebote und Zertifikate von IBM SkillsBuild auf dem KI-Campus.
 
== Weblinks ==
* [https://ki-campus.org/ KI-Campus - Offizielle Website]
* [https://ki-campus.org/lernangebote Alle Lernangebote]
* [https://ki-campus.org/ueber-uns/projekte Projekthistorie]
* [https://ki-campus.org/lernangebote/podcasts Podcasts]
 
[[Kategorie:E-Learning]]
[[Kategorie:Künstliche Intelligenz]]
[[Kategorie:Open Educational Resources]]

Version vom 11. April 2026, 13:16 Uhr

Der KI-Campus ist die zentrale deutsche Lernplattform für Künstliche Intelligenz. Sie wird vom Stifterverband in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern entwickelt und betrieben. Alle Lernangebote sind kostenfrei und unter einer offenen Lizenz (CC BY-SA 4.0) verfügbar. Der KI-Campus richtet sich primär an Hochschulen - Studierende, Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende - adressiert darüber hinaus aber ausdrücklich auch Unternehmen, Behörden und die Zivilgesellschaft. Dank der offenen Creative-Commons-Lizenzierung können alle Materialien von Dritten kostenlos nachgenutzt, angepasst und weitergegeben werden - auch für kommerzielle Zwecke.

Entstehung und Trägerschaft

Der KI-Campus startete im Oktober 2019 als Forschungs- und Entwicklungsprojekt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im Juli 2020 ging die Lernplattform online. Die Initiative entstand aus der KI-Strategie der Bundesregierung mit dem Ziel, die Innovationsfähigkeit Deutschlands durch breit angelegte KI-Bildung zu stärken. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wandte sich an den Stifterverband, der seitdem die Geschäftsstelle verantwortet und die strategische Koordination übernimmt.

2022 wurde der KI-Campus als erste deutsche Lernplattform in das European MOOC Consortium aufgenommen, dem größten Verbund von MOOC-Plattformen in Europa.

Neben dem BMBF fördern weitere Partner Projekte des KI-Campus:

  • Dieter Schwarz Stiftung
  • Mercedes-Benz Fonds
  • TÜV Süd

Angebote und Formate

Aktuell stehen mehr als 100 Angebote und Bildungsformate zur Verfügung. Das Portfolio umfasst drei Kurstypen nach Tiefe und Aufwand:

  • Mikrokurse (2-4 Stunden): Niedrigschwelliger Einstieg zu konkreten Themen wie dem EU AI Act, Grundlagen der KI oder KI in der Hochschulverwaltung. Richten sich an Einsteiger ohne Vorkenntnisse.
  • Massive Open Online Courses - MOOCs (30-150 Stunden): Vertiefte Auseinandersetzung, etwa im Bereich Machine Learning oder generative KI. Können an Hochschulen als Studienleistung angerechnet werden.
  • Spezialformate: Thematische Podcasts, Lernvideos, Blended-Learning-Kurse und Formate wie das Promptlabor Hochschullehre für spezifische Bedarfe.

Thematisch reicht das Spektrum von KI-Grundlagen über KI in der Medizin, KI in der Schule und KI-Leadership bis zu technischen Themen wie Automated Machine Learning. Die Angebote sind überwiegend auf Deutsch, teilweise auch auf Englisch verfügbar.

Zertifizierung

Kurse können mit drei Arten von Nachweisen abgeschlossen werden:

  • Teilnahmebescheinigung - Nachweis der aktiven Kursteilnahme ohne Prüfungsleistung
  • Leistungsnachweis (Micro-Credential) - Setzt das Bestehen integrierter Tests voraus (in der Regel 50-60 % der Aufgaben)
  • Micro-Degree - Umfangreicherer Abschluss für mehrstufige Lernpfade

Workloads können je nach Kurs und Hochschule als Studienleistung angerechnet werden. Eine Kooperation mit der Landesärztekammer Baden-Württemberg ermöglicht zudem die Anrechnung als CME-Punkte (Continuous Medical Education) für Mediziner.

Offenheit und Nachnutzung (OER)

Ein zentrales Prinzip des KI-Campus ist die offene Lizenzierung aller Inhalte unter CC BY-SA 4.0. Das bedeutet konkret: Eine Hochschule, die gemeinsam mit dem KI-Campus einen Kurs entwickelt, stellt diesen automatisch auch allen anderen Institutionen zur freien Verfügung. Andere Hochschulen können Kurse vollständig übernehmen, Module neu zusammenstellen oder Inhalte an den eigenen Kontext anpassen.

Ein Praxisbeispiel: Die Duale Hochschule Baden-Württemberg stellte aus Modulen mehrerer bestehender Kurse ein maßgeschneidertes Angebot zu KI und wissenschaftlichem Arbeiten zusammen - und rollte es über eine eigene Moodle-Umgebung für über 2.000 Personen aus.

Zur Förderung der Integration in die Hochschullehre bietet der KI-Campus seit 2020 Fellowship-Programme an, die Lehrende bei der didaktisch sinnvollen Umsetzung von KI-Lernszenarien begleiten.

Partner und Netzwerk

Zu den rund 50 Partnern gehören unter anderem:

  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • FernUniversität in Hagen
  • Technische Universität München (TUM)
  • RWTH Aachen
  • Universität Tübingen
  • Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)
  • Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) Heilbronn

Das seit 2025 laufende Folgeprojekt KI-Kompetenzen an Hochschulen stärken (gefördert durch das BMFTR) umfasst ein Kernkonsortium aus neun Hochschulen mit zusammen über 300.000 Studierenden.

Regionale Hubs beraten Institutionen bei der Nachnutzung der Angebote:

  • Nordrhein-Westfalen - FernUniversität in Hagen und Universität Düsseldorf
  • Baden-Württemberg - Heilbronn / IPAI

Reichweite und Ziele

Anfang 2025 waren rund 150.000 Personen auf der Plattform registriert. Das erklärte Ziel ist es, bis 2030 insgesamt 500.000 Personen zu erreichen - über die eigene Plattform und die Nutzung an Partnerinstitutionen zusammengerechnet.

Als Messgröße für eine KI-kompetente Gesellschaft benennt der KI-Campus drei Dimensionen:

  • Fähigkeit, KI im Alltag zu erkennen und kritisch einzuordnen ("engaging with AI")
  • Curriculare Verankerung von KI-Kompetenzen an Hochschulen und Schulen
  • Gestiegener Anteil von Unternehmen, die KI-Potenziale produktiv nutzen

Relevanz für den EU AI Act

Artikel 4 des EU AI Acts verpflichtet Institutionen, die KI-Systeme einsetzen, zur Förderung von KI-Kompetenzen bei ihren Mitarbeitenden. Der KI-Campus positioniert sich ausdrücklich als Instrument zur Erfüllung dieser Anforderung - insbesondere für Hochschulen, die KI-Tools für Studierende und Beschäftigte bereitstellen.

Weblinks