Wtc26/Wie macht man Wissensmanagement für die GenZ attraktiv? (wtc26)
Diese Session widmete sich der Frage, wie Wissensmanagement und Wissenstransfer für jüngere Generationen attraktiv gemacht werden können. Die Teilnehmenden diskutierten, warum das Thema bei Jugendlichen bisher kaum verankert ist und welche Formate, Kanäle und Ansprachen geeignet sein könnten, um hier anzuknüpfen. Dabei wurden sowohl Erfahrungen aus Schule und Hochschule als auch aus der Berufswelt eingebracht.
Session Owner: Anne Holtz
Schlagworte: GenZ, Wissensmanagement, persönliches Wissensmanagement, Social Media, Bildung
Herausforderung: Wissensmanagement ist nicht „sexy“
Die Runde war sich einig, dass der Begriff Wissensmanagement für junge Menschen wenig anziehend wirkt und zu komplex klingt. Gleichzeitig sinkt die Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media, wodurch klassische, textbasierte Vermittlungsformen kaum noch ankommen. Als Lösung wurde vorgeschlagen, das Thema nicht direkt zu benennen, sondern über anschlussfähige Begriffe wie Lernen lernen, Arbeitsmethodik oder Projektmanagement einzuführen.
Persönliches Wissensmanagement als Einstiegspunkt
Ein zentraler Ansatz war, junge Menschen über persönliches Wissensmanagement (PKM) zu erreichen – verknüpft mit einem klaren Nutzenversprechen für Studium und Berufserfolg. Diskutiert wurde auch die Rolle von KI, die einerseits als Bedrohung wahrgenommen wird, andererseits die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten und individueller Wissensorganisation zusätzlich unterstreicht. Ein möglicher Ansatz: sich durch persönliches Wissensmanagement von der KI abzuheben und sich für den Arbeitsmarkt zu rüsten.
Formate und Kanäle für die junge Zielgruppe
Es wurde über passende Medienformate gesprochen: kurze, plakative Social-Media-Formate (TikTok, Shorts) als „Anfütterung“, ergänzt durch etwas längere Erklärvideos und kompakte Zusammenfassungen (z. B. Apps wie Blinkist oder Deepstash, Stichwort Microlearning). Wichtig sei zudem, dass die Vermittlung durch glaubwürdige, altersnahe Botschafter:innen (Peer-to-Peer, junge „Influencer“) erfolgt, da Erwachsene auf den jugendlichen Kanälen oft unglaubwürdig wirken.
Strukturelle Hürden in Schule und Hochschule
Ein wiederkehrendes Thema war die starke Fremdbestimmung des Lernens durch Lehrpläne und verschulte Studienstrukturen (Bologna-Prozess), die wenig Raum für Selbstorganisation lassen. Zudem fehlen bislang etablierte Formate, um Wissensmanagement systematisch in Schulen oder Hochschulen einzubringen – anders als z. B. bei Themen wie Programmieren (Coder Dojo) oder digitaler Bildung (Chaos macht Schule). Als konkrete Idee wurde diskutiert, bestehende Projekte wie „Digital School Story“ oder Berufsorientierungsformate zu nutzen, um Wissensmanagement dort einzubetten.
Fazit
- Wissensmanagement braucht neue Sprache: Der Begriff selbst schreckt junge Zielgruppen ab – Anschlussfähigkeit über verwandte, konkrete Themen wie Lernmethoden oder Berufsorientierung ist erfolgversprechender.
- Persönlicher Nutzen als Hebel: Die Verbindung von Wissensmanagement mit persönlichem Erfolg (Studium, Arbeitsmarkt, Abgrenzung zur KI) kann als Motivation für junge Menschen dienen.
- Es fehlen Formate und Botschafter: Anders als in benachbarten Feldern (Coding, Medienkompetenz) gibt es für Wissensmanagement bislang keine etablierten Vermittlungsformate für Jugendliche – hier besteht Potenzial für neue Kooperationen und Testformate, z. B. auf zukünftigen Barcamps.