Soziale Netzwerke – zweite, erweiterte Studie

Drei Viertel (74 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland sind in mindestens einem sozialen Online-Netzwerk angemeldet, zwei Drittel nutzen die sozialen Netzwerke auch aktiv – das geht aus einer repräsentativen Erhebung von Forsa im Auftrag des BITKOM hervor. Bei den 14- bis 29-Jährigen Internetnutzern sind bereits 92 Prozent Mitglied in einer oder mehreren Online-Communitys. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 72 Prozent und in der Generation 50-Plus immerhin 55 Prozent. Über die generelle Nutzung hinaus behandelt die Studie Fragen zur Nutzungsdauer, zur Anzahl an Kontakten und zum Umgang mit persönlichen Daten. Gegenüber der ersten Befragung zu sozialen Netzwerken aus dem Frühjahr 2011 wurde die Studie außerdem um Fragen der Nutzungsmotivation, der beruflichen und privaten Nutzung, der mobilen Nutzung sowie um Aspekte der Privatsphäre und des Datenschutzes ergänzt.

Für die Studie wurden 1.023 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt. Die vollständigen Ergebnisse der zweiten, erweiterten Studie Soziale Netzwerke stehen zum Download zur Verfügung.[1]

Kernaussagen

  • 74 Prozent der Internetnutzer sind in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet; 66 Prozent sind aktive Nutzer. Jüngere Internetnutzer unter 30 Jahren führen die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken mit 92 Prozent und deren aktive Nutzung mit 85 Prozent deutlich an. Bei 30- bis 49-Jährigen sind weniger als drei Viertel in den Netzwerken angemeldet und aktiv, bei 50-Jährigen bisher nur jeder Zweite.
  • Das mit Abstand am meist genutzte Netzwerk in Deutschland ist Facebook. 45 Prozent der Internetnutzer geben an, Facebook zu verwenden. An zweiter Stelle folgt StayFriends (14 Prozent), an dritter wer-kennt-wen (12 Prozent). Beliebtheit und Nutzung der sozialen Netzwerke ist stark altersabhängig. So ist beispielsweise die größte Nutzergruppe von Facebook zwischen 14 und 29 Jahre und von StayFriends zwischen 30 und 49 Jahre alt.
  • Die meisten Nutzer (59 Prozent) sind täglich in ihrem Netzwerk aktiv: Etwa die Hälfte (48 Prozent) verbringen bis zu zwei Stunden am Tag dort. Elf Prozent können als „heavy User“ bezeichnet werden. Sie nutzen ihr Online-Netzwerk mehr als zwei Stunden täglich.
  • Fast alle genutzten Netzwerke werden ausschließlich oder überwiegend privat genutzt. Berufliche Interessen spielen eine untergeordnete Rolle. Ausnahmen sind die Business-Netzwerke LinkedIn und XING.
  • Die Kommunikation mit Freunden (Nachrichten schreiben und chatten) steht für die meisten Netzwerkmitglieder (79 bzw. 60 Prozent) an erster Stelle. Es folgen das Informieren zu Veranstaltungen und Hochladen von Fotos, was etwa die Hälfte der Mitglieder nutzt. Ein weiteres Viertel spielt über die Netzwerke sogenannte Social Games.
  • Die Netzwerknutzung ist primär auf den Austausch mit bestehenden Freunden gerichtet. Aber auch das Kennenlernen von neuen Freunden und Bekannten spielt für viele (37 Prozent) eine Rolle. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) nutzt die sozialen Netzwerke außerdem als Informationskanal, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen auf dem Laufenden zu halten.
  • Am häufigsten wird von zuhause auf die Netzwerke zugegriffen. Drei von zehn nutzen die Netzwerke auch vom Arbeitsplatz aus und vier von zehn von unterwegs. PCs und Laptops sind dafür die meist genutzten Geräte ( jeweils ca. 70 Prozent). Smartphones werden bisher von gut einem Drittel genutzt.
  • Bei der Auswahl eines sozialen Netzwerks sind den Nutzern verschiedene Aspekte besonders wichtig, dazu zählen die Sicherheit der persönlichen Daten (96 Prozent), die Privatsphäreeinstellungen (93 Prozent), die Benutzerfreundlichkeit (88 Prozent), aber auch die Tatsache, dass Freunde und Bekannte das Netzwerk ebenfalls nutzen (82 Prozent).
  • Die meisten Nutzer (86 Prozent) haben sich mit den Privatsphäreeinstellungen des Netzwerks auseinandergesetzt und diese auch selbst verändert. Allerdings gibt es immerhin elf Prozent, die sich gar nicht damit befasst haben. Dies trifft überdurchschnittlich häufig auf über 50-jährige Netzwerknutzer zu (22 Prozent).
  • Um das Vertrauen in die Sicherheit sozialer Netzwerke ist es insgesamt eher schlecht bestellt. Bei allen abgefragten Netzwerken geben jeweils mindestens die Hälfte der Nutzer an, der jeweiligen Community eher nicht oder gar nicht zu vertrauen.
  • Wer sich von sozialen Netzwerken fernhält, tut dies vor allem, weil er keine persönlichen Informationen preisgeben möchte (69 Prozent) oder keinen Sinn oder Nutzen in der Verwendung für sich sieht (68 Prozent). Jeder vierte Nicht-Nutzer (27 Prozent) fürchtet bei einer Mitgliedschaft negative Folgen für sein eigenes Privatleben.

Einzelnachweise

  1. Bitkom: Soziale Netzwerke – zweite, erweiterte Studie. 2011. URL: http://www.bitkom.org/files/documents/SozialeNetzwerke.pdf.

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