Netzgesellschaft

In der Studie „Netzgesellschaft“ untersucht der BITKOM in Zusammenarbeit mit der Aris Umfrageforschung die Mediennutzung und das Informationsverhalten der Bundesbürger. Grundlage ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, welche Bedeutung die neuen Medien, insbesondere das Internet, sowohl für die Freizeit als auch für den Job gewonnen haben. Dabei geht es um zahlreiche Vorteile, wie die wachsende Vernetzung, die Erleichterung der Kommunikation und des Informationsaustauschs, aber auch um negative Begleiterscheinungen, wie die Informationsüberflutung und der Druck der permanenten Erreichbarkeit. Die Studie belegt jedoch, dass die meisten Menschen verantwortungsbewusst mit den neuen Medien umgehen.[1]

Kernaussagen

  • Immer mehr Deutsche sind online. Fast drei Viertel nutzen das Internet. Unter 30 Jahren ist fast jeder online, bei den Senioren immerhin jeder Vierte.
  • Neue Geräte zur Internetnutzung gewinnen an Bedeutung. 24 Prozent nutzen Laptops, Tablet-PCs oder PDAs und 18 Prozent Mobiltelefone, um online zu gehen.
  • Internetnutzer sind im Schnitt gut zwei Stunden online. Männer surfen länger als Frauen, junge User länger als ältere
  • Viele haben Erfahrung mit Online-Shopping. 85 Prozent der Internetnutzer haben bereits im Internet Waren und Dienstleistungen gekauft. Am liebsten werden Eintrittskarten für Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen online bestellt.
  • Das Internet hilft sowohl privat als auch beruflich. Zwei Drittel der Nutzer pflegen über das Internet Freundschaften, knapp die Hälfte knüpft berufliche Kontakte.
  • Das Internet bildet. Sechs von zehn Nutzern haben ihrer Meinung nach ihre Allgemeinbildung verbessert, jeder zweite seine berufliche Bildung.
  • Das Internet hat auch Schattenseiten. Drei von zehn Nutzern haben im Internet schon negative Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht. Dazu zählen Belästigungen und Beleidigungen, das Verbreiten von Unwahrheiten oder auch die ungefragte Veröffentlichung von peinlichen Fotos.
  • Immer mehr Deutsche besitzen ein Handy. Im Gesamtergebnis sind es acht von zehn, bei den unter 30-Jährigen so gut wie jeder, bei Senioren über 65 Jahren dagegen erst jeder Zweite.
  • Das Handy wird zur Multimedia-Zentrale. Vor allem unter 30-Jährige nutzen die volle Bandbreite an Zusatzfunktionen ihres Handys, wie den Wecker, Musikspieler oder Terminplaner. Ältere Handybesitzer nutzen ihr Handy dagegen hauptsächlich nur für Telefonate.
  • Die meisten Handynutzer (72 Prozent) telefonieren am Tag weniger als eine halbe Stunde mobil. Frauen und jüngere Handybesitzer liegen in der Nutzungsdauer vorne.
  • Mit dem Handy sind viele heute jederzeit erreichbar. Den meisten Handybesitzern (71 Prozent) ist die permanente Erreichbarkeit wichtig. Besonders viele junge Nutzer legen hohen Wert darauf (82 Prozent).
  • Das Internet gewinnt als Informationsquelle an Bedeutung. Noch liegen die klassischen Medien im Gesamtergebnis vorne, aber schon jeder zweite Deutsche informiert sich im Netz. Für Digital Natives ist das Internet bereits ein wichtigeres Informations medium als Zeitungen und Zeitschriften.
  • Bei der Informationsbeschaffung im Netz sind Webseiten von TV- und Radio-Sendern sowie von Zeitungen und Zeitschriften besonders beliebt. Etwa jeder zweite User greift darauf zurück. Junge User unter 30 Jahren nutzen verstärkt neue Kanäle, wie soziale Netzwerke oder Twitter.
  • Die meisten Onliner (75 Prozent) können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Die Bedeutung der Medien ist jedoch stark altersabhängig. Haben Internet und Handy bei den Jüngeren den höchsten Stellenwert, gewinnen bei den Älteren noch immer die klassischen Medien wie Zeitungen und Zeitschriften.
  • Die tägliche Nachrichten- und Informationsflut wächst. Mehr als jeder zweite Deutsche empfindet die Informationsflut als belastend. Besonders ältere Menschen fühlen sich häufig von Informationen überflutet. Jüngere haben weniger Probleme damit.
  • Drei Viertel der Deutschen halten bewusste Kommunikationspausen für wichtig, um in der Freizeit richtig abzuschalten.
  • Gut die Hälfte der Internetnutzer (55 Prozent) legt häufig bis gelegentlich Internet-freie Tage ein. Ein Fünftel verzichtet nie auf das Internet.
  • Viele Handybesitzer schalten ihr Handy nachts (41 Prozent) oder im Urlaub (40 Prozent) ab oder stumm, um ungestört zu sein. Jeder Fünfte (19 Prozent) hat sein Handy aber immer angeschaltet.
  • Nur jeder zwölfte Berufstätige hat ein Diensthandy. Gut ein Drittel der Berufstätigen (35 Prozent) nutzt das private Handy auch beruflich.
  • Etwa neun von zehn Berufstätigen (88 Prozent) sind außerhalb ihrer Arbeitszeiten per Handy oder E-Mail erreichbar. Fast ein Drittel ist sogar jederzeit erreichbar, nur jeder Achte (zwölf Prozent) nie.
  • Jeder zweite Berufstätige surft während der Arbeit auch für private Zwecke im Netz. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) tut das täglich.
  • Durch Handy und Internet verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr. 42 Prozent der Berufstätigen sehen keine Grenze mehr. Die meisten sind sich allerdings nicht sicher, ob dies eher vor- oder nachteilhaft ist.

Einzelnachweise

  1. Bitkom: Netzgesellschaft - Eine repräsentative Untersuchung zur Mediennutzung und dem Informationsverhalten der Gesellschaft in Deutschland. 2011. URL: http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Publikation_Netzgesellschaft.pdf.

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