Fachbereiche im Wandel - Wie Wissensarbeit die Unternehmen verändert

In den letzten Jahren haben viele Unternehmen ihre Produktions- und Logistikprozesse optimiert. Dies beinhaltete neben Automatisierungsmaßnahmen auch die Auslagerung von Prozessschritten, um Kosten zu senken sowie Herstellungs- und Lieferzeiten zu verkürzen. Im Zuge dieser Verlagerung der Wertschöpfung gewinnt in reifen Industrieländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz die Wissensarbeit mehr und mehr an Gewicht. Unternehmen werden deshalb zunehmend daran gemessen, inwieweit es ihnen gelingt, Wissensarbeit effizient zu organisieren und Innovationen voranzutreiben.

Für Fachbereiche mit einem hohen Anteil an Wissensarbeitern hat diese Entwicklung natürlich Konsequenzen. Schließlich lagert die Verantwortung für ein erfolgreiches Agieren im Wettbewerb zunehmend auf ihren Schultern. Diese Studie zeigt, wie Fachbereiche mit einem hohen Anteil an Wissensmitarbeitern die mit diesem Wandel einhergehenden Herausforderungen wahrnehmen und mit welchen Maßnahmen sie darauf reagieren. Dabei richtet die Studie das Augenmerk auf die drei Fachbereiche IT, Forschung und Entwicklung sowie Finanz und Accounting.[1]

Kernaussagen

Fachbereiche mit einem hohen Anteil an Wissensarbeitern stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Es gilt für sie, neue Prämissen bei ihrer strategischen Ausrichtung, bei Organisation und Prozessgestaltung sowie bei Personalpolitik und -entwicklung zu setzen (Seite 23).

  • Selbstverständnis und strategische Ausrichtung: Die überwiegende Mehrzahl der Befragten konstatiert zwar eine wachsende Bedeutung ihres Fachbereichs für den Unternehmenserfolg. Gleichzeitig sehen sie sich aber immer mehr gefordert, den Wertbeitrag anhand konkreter Kennzahlen nachzuweisen und sich stärker als Dienstleister gegenüber anderen Unternehmensbereichen zu positionieren.
  • Organisation und Prozessgestaltung: Verantwortliche in den untersuchten Fachbereichen müssen einen schwierigen Spagat leisten. Auf der einen Seite sorgen immer kürzere Planungszeiträume und immer schneller veraltende Prozesse und Verfahren für steigende Anforderungen an die Flexibilität und Innovationsfähigkeit. Potenzial hierbei bietet insbesondere eine stärkere interne und externe Vernetzung der Mitarbeiter. Der damit einhergehende vermehrte Kommunikations- und Abstimmungsbedarf drückt auf der anderen Seite aber auf die Effizienz. Dabei bestätigen die Befragungsergebnisse, dass in vielen Fachbereichen die Budgets – gemessen an den Anforderungen – tendenziell abnehmen.
  • Personalgewinnung und Entwicklung: Der Fachkräftemangel ist für Fachbereiche mit einem hohen Anteil an Wissensarbeitern in besonderer Weise spürbar. Um Arbeitnehmer zu gewinnen und Mitarbeiter stärker an den Fachbereich zu binden, müssen die Verantwortlichen den immer stärkeren Forderungen nach einer flexiblen Arbeitsgestaltung nachkommen. Zudem müssen sie Bedingungen schaffen und Anreize setzen, um die Weiterbildung der Mitarbeiter zu fördern und so auf die immer schnellere Veraltung des Wissens zu reagieren.

Einzelnachweise

  1. Stiehler, A., Schabel, F., Alich, D.: Fachbereiche im Wandel - Wie Wissensarbeit die Unternehmen verändert. URL: http://www.hays.de/mediastore/pressebereich/Studien/pdf/HAYS-Studie_Fachbereiche_im_wandel_wissensarbeit.pdf

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