Bausteine des Wissensmanagements

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Bausteine des Wissensmanagements

Die acht dargestellten Elemente werden als Bausteine oder besser Kernprozesse des Wissensmanagements betrachtet.[1] Sie umreißen weitgehend die möglichen Tätigkeitsfelder für Wissensmanagement-Maßnahmen und stellen einen Wissenskreislauf aus operativen und normativen Bausteinen dar. Die operativen Bausteine bilden den „inneren“ Kreislauf, die strategischen den „äußeren“ Kreislauf. Ersterer bildet den traditionellen Managementprozess nach. Alle zusammen bilden einen Managementregelkreis, der die wesentlichen Wissensfunktionen im Unternehmen abdeckt. Interventionen in einzelnen Kernprozessen ziehen natürlich auch Auswirkungen auf andere nach sich. Zu unterscheiden sind auch die Ebenen, auf denen Wissensmanagement stattfindet. Es kann auf Gruppen- oder auch Organisationsebene stattfinden und normative, strategische und operative Aspekte beinhalten

Beschreibung

  • Wissensziele: Die Identifikation von Wissenszielen als Kernaufgabe des Managements steht am Anfang und dient zur Planung als Grundlage für Kontrolle und Umsetzung. Sie beziehen sich auf wissens-bezogene Unternehmensziele auf normativer, strategischer und operativer Ebene und geben Lernprozessen eine Richtung bzw. machen den Erfolg von Wissensmanagement überprüfbar.
  • Wissensidentifikation: Wissensidentifikation bedeutet Schaffung von Transparenz über internes und externes Wissen. Insbesondere geht es um die Analyse und Beschreibung von Wissen im Unternehmen und im Wissensumfeld. Intransparenz entsteht durch Dezentralisierung, Globalisierung, Lean Management, Restrukturierung und Fluktuation.
  • Wissenserwerb: Beim Wissenserwerb geht es um den Import von Wissen aus externen Quellen. Der Wissenserwerb kann durch folgende Aktivitäten erreicht werden: Erwerb von Wissen externer Wissensträger (Rekrutierung, externe Berater), Erwerb von Wissen anderer Unternehmen (Kooperationen jeglicher Art, Product links, Knowledge links), Erwerb von Stakeholderwissen (Kunden, Lieferanten) und Erwerb von Wissensprodukten.
  • Wissensentwicklung: Wissensentwicklung ist als komplementärer Baustein zum Wissenserwerb zu sehen, bei dem die Produktion neuer Fähigkeiten, Produkte, neuer und besserer Ideen sowie leistungsfähigerer Prozesse im Mittelpunkt steht. Dabei entstehen Innovationsbarrieren, welche die Entstehung und Förderung neuen Wissens behindern können. Schlüsselbereiche für die kollektive Wissensentwicklung sind Kommunikation, Transparenz und Integration.
  • Wissens(ver)teilung oder auch knowledge sharing: Wissens(ver)teilung ist zwingende Voraussetzung, um isoliert vorhandenes Wissen der gesamten Organisation zur Verfügung zu stellen. Sie kann sich entweder auf zentral gesteuerte Verteilung auf eine festgelegte Gruppe oder auf Mitteilen von Wissen unter Individuen beziehen. Die Aufgaben sind: Multiplikation von Wissen, Sicherung und Teilung von gemachten Erfahrungen und simultaner Wissensaustausch, der direkt zu Wissensentwicklung führt. Kulturelle Teilungsbarrieren können der Wissens(ver)teilung im Weg stehen. Wichtig ist dabei der Dialog, zuhören und verstehen, nicht die einseitige Weitergabe von Informationen.
  • Wissensbewahrung: Die Bedeutung des organisatorischen Gedächtnisses steht im Zentrum dieses Bausteins und bildet ein System von Wissen und Fähigkeiten, das gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt als Grundlage für neues Wissen abgerufen werden kann. Zur Wissensbewahrung sind die Prozesse der Selektion, Speicherung und Aktualisierung von wertvollem Wissen notwendig. Durch Anreizsysteme und Austrittsbarrieren können darüber hinaus Fachleute mit für das Unternehmen wichtigen Expertisen an die Organisation gebunden werden.
  • Wissensnutzung: Wissensnutzung ist der produktive Einsatz von organisationalem Wissen. Wissensmanagement muß einen Kontext schaffen, in dem Wissensnutzung erleichtert wird und tatsächlich stattfinden kann, da eine Reihe von Barrieren existieren. Zur Erreichung der Nutzungsorientierung sollten in allen Bausteinen die Bedürfnisse der Nutzer bedacht werden.
  • Wissensbewertung: Entsprechend der definierten Wissenszielen auf normativer, strategischer und operativer Ebene müssen Methoden zur Messung vorhanden sein. Hier zeigt sich die Qualität der formulierten Zielvorstellungen. Zur Messung existiert kein erprobtes Instrumentarium von Indikatoren und Meßverfahren, daher müssen neue Wege beschritten werden. Als möglicher Weg wird mehrdimensionale Wissensbewertung durch Ursache-Wirkungszusammenhänge vorgeschlagen.

Kritik

  • Ein zusätzlicher Baustein "Wissen schützen" wäre nützlich. Das Modell ist im ersten Moment abstrakt und es fehlt ein wenig der Bezug zur Realität (Wie kann ich es anwenden? Konkrete Anwendungen in der Praxis? Bezug zu Standards?) -> Beispiel Das Buch 'The Fifth DisciplineFieldbook' (Anwendungen) passend zum Buch 'Die 5. Disziplin'.

Anwendungsmöglichkeiten

  • z. B. anwendbar auf allen möglichen Abstraktionsebenen wie Organisationen, Teams, Mitarbeiter als auch für das persönliche Lebensmanagement ("Was will ich noch lernen").

Anwendungen

  • ... konkret existierende Anwendungen ...

Siehe auch

  • Wissen managen
  • Genfer Modell als Grundstruktur für die Kostennutzenanalyse, s. Link Wissensmanagement

Einzelnachweise

  1. Probst, Raub, Romhardt: Wissen managen.

Literaturhinweise

Weblinks