Einführung eines Wissensmanagementsystems an einem großen Berufsbildungszentrum

Die Fallstudie beschreibt ein (noch laufendes) Wissensmanagement-Projekt an der Klara Oppenheimer Schule in Würzburg. Die Fallstudie wurde von Norbert Sierl bereitgestellt.

Hintergrund

“Das Kaufmännische Berufliche Bildungszentrum (KBBZ) und das Hauswirtschaftliche Berufsbildungszentrum (HBBZ) fusionieren zum Berufsbildungszentrum für hauswirtschaftliche, soziale und kaufmännische Berufe“ (Satzungsänderung, MainPost am 14.02.2006). Mit diesem nüchternen Satz gilt die Fusion zweier Berufsbildungszentren satzungstechnisch bereits zum 15. Februar 2006 als abgeschlossen.

Situations- oder Problembeschreibung

Auf der organisatorischen Seite beginnt nun die Notwendigkeit, aus zwei Schulzentren mit über 4000 Schülern und 150 Lehrern in 152 Klassen unterschiedlicher beruflicher Schularten an zwei Standorten eine Einheit zu formen. Zu berücksichtigen ist eine heterogene Schülerpopulation, die nahezu die gesamte Bandbreite beruflicher Ausbildung abdeckt: Jungarbeiterinnen in der Hauswirtschaft und Vollzeitschüler ohne Ausbildungsvertrag im kaufmännischen und hauswirtschaftlichen Berufsvorbereitungsjahr, die klassischen Ausbildungsberufe der Wirtschaft und Verwaltung sowie Kinder- und Sozialpflege-, Gesundheits- und Laborberufe, die IT-Berufe und die Auszubildenden der Fachakademie für Hauswirtschaft, deren Schüler in Vollzeit-, Teilzeit- oder Blockunterricht beschult werden.

Zweck und Ziele

Da beide Schulen in der Vergangenheit mit unterschiedlichem Erfolg eigenständige Schulentwicklungsprogramme, Leitbilder und Evaluationsansätze erstellt haben, ist nun wegen der Fusion unabdingbar, diese Konzepte zusammenzuführen und die jeweiligen positiven Fortschritte für das neue Schulzentrum nutzbar zu machen. Hilfreich wäre zudem ein Instrument für Wissensmanagement, mit dessen Hilfe Informationen und Prozesse für das Gesamtkollegium und die Schüler abgebildet werden können. Im Mittelpunkt unserer Organisationsentwicklung soll die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems auf Basis von Q2E stehen. Die Größe unserer Schule macht es notwendig, die bisher sehr steile Hierarchie durch eine neue Führungsstruktur zu ersetzen, in der die Fachgruppenbetreuer (= Gruppenleiter) eine stärkere Führungsverantwortung übernehmen.

Folgende konkrete Ziele wurden durch die Vorgehensweise verfolgt:

  • Schaffung eines Identifikationsangebots durch einen eigenständigen Schulnamen
  • Organisationsentwicklung durch Wissensmanagement
  • Entwicklung der Unterrichtsqualität
  • Personalentwicklung durch Evaluation
  • Gestaltung des „Umgangs Miteinander“ durch eine Leitidee

Vorgehensweise

In diesem Abschnitt soll die Herangehensweise an das Teilziel „Organisationsentwicklung durch Wissensmanagement“ vorgestellt werden:

Finden eines geeigneten Vorgehens- bzw. Wissensmanagement-Modells

Aus der Vielzahl von Wissensmanagement-Modellen wurde von uns das Münchner Modell gewählt, da dessen sprachlicher Ansatz der Zielgruppe der Pädagogen am geläufigsten erscheint.

Entwicklung eines Zeitplans

Erster Handlungsschritt war die frühzeitige und umfassende Information der Leitungsebene und des Kollegiums, um möglichst große Akzeptanz für die Einführung eines Wissensmanagementsystems zu erreichen. Dazu wurde das Münchener Modell in verschiedenen Konferenzen präsentiert. (Handout_Kollegen.pdf, Infoveranstaltung.pdf)

Definition einer Ist-Analyse

Aus dem Bewusstsein heraus, dass viele kleine Ansätze zum Management von Wissen bereits an unserer Schule praktiziert werden, entstand eine Ist-Analyse in Form eines Fragebogens. Dieser wird auch mit leichten Modifikationen in den einzelnen Führungsebenen eingesetzt. Um seine Praxistauglichkeit zu gewährleisten, wurde er vor dem Roll-off von ausgewählten Teilnehmern getestet (Ist_Analyse_GL.pdf, Ist_Analyse_SL.pdf) Hintergrundidee ist es, einzelne Ansätze im Sinne von „Best Practice“ in den jeweiligen Ebenen weiterzugeben. Die Ist-Analyse endet am 15.07.2008.

Auswertung

Bis Mitte September 2008 soll eine Zusammenfassung der Ergebnisse vorliegen.

Die Ergebnispräsentation finden Sie unter: [1]

Rückmeldung

Die Rückmeldung zur den Ergebnissen der Ist-Analyse erfolgt Ende September 2008.

Die Ergebnispräsentation finden Sie unter: [2]

Entwicklung eines Umsetzungskonzepts

Präsentationen von Best-Practice-Beispielen sind ab Dezember 2008 vorstellbar.

Ergebnisse

  • Einige Führungskräfte füllen den Fragebogen zur Ist-Analyse nicht nur aus, sondern machen ihn zur Grundlage von Abteilungsbesprechungen, um über Wissensprozesse zu reflektieren.

Lessons Learned

  • -

Ausblick

  • - Der hier dargestellte Ansatz förderte klar Ist-Zustände und Defizite zu Tage; leider gibt es zu wenig zeitliche Kapazitäten, anhand dieses Ansatzes weiter vorzugehen. Auch erscheint er vielen Kollegen als zu komplex bzw. die Notwendigkeit des Wissensmanagements als solche wird nicht gesehen.
  • - Es muss über eine Methodik nachgedacht werden, die den größten Teil des Kollegiums von der Notwendigkeit des Wissensmanagements überzeugt, um so ein breite Basis für die Realsierung zu schaffen. (Stichtwort: Zukunftskonferenz)

Weiterführende Materialien

Siehe auch

Literatur

Weblinks